Einleitung
Liebe Tänzerinnen und Tänzer!
Fast jeder, der das erste Mal in eine Salsathek kommt ist hingerissen von soviel Ausgelassenheit und knis-ternder Erotik. Als wäre man plötzlich auf einer Insel weit im Süden und nicht mitten in Deutschland. Viele kommen zum Kurs um selbst in dieses Lebensgefühl einzutauchen. Doch wenn sich nach einem Dutzend Unterrichtstunden dieses prickelnde Gefühl immer noch nicht einstellen will geben viele auf. Das muss nicht sein! Denn...
... Salsa ist eine Lebenseinstellung! Es geht nur am Rande um Schritte. Es geht darum „aus ganzen Herzen zu leben, seinen Mann zu stehen“ (beim Führen“), Weiblichkeit zu entwickeln und phantasievoll auf Musik zu reagieren. Salsa ist eine Herausforderung: Die Hüften zu bewegen, Nähe zuzulassen und unterscheiden zu lernen zwischen engem Tanzen und persönlich gemeinter Erotik. Salsa verändert jeden, der den Mut hat dabeizubleiben!
Nach vielen Jahren und ungezählten Salsanächten kann ich rückblickend sagen: Es lohnt sich, dem Salsa treu zu bleiben! Denn kaum ein anderer Paartanz bietet einen solchen Reichtum an Tanzerlebnissen und macht es so leicht andere Menschen kennenzulernen. Und vor allem lernt man die Kunst, fröhlich und zuversichtlich zu bleiben, auch wenn das Leben einen einen hart rannimmt. Ein bisschen Karibik im eigenen Herzen.
In diesem Sinne: Möge das Salsapflänzchen in Leipzig wachsen und stark werden.
Que sigue la Salsa !
Euer Thomas C.L.
MUSS MAN SALSA IM BLUT HABEN?
Man trifft häufig auf die Meinung, wir Deutschen seien einfach zu steif für diesen Tanz. Richtig ist, dass es in Deutschland seit dem Krieg keine traditionelle Tanz- und Musikkultur mehr gibt. Dadurch fehlt uns als Kindern die Gelegenheit, das Empfinden für Musik und ein Bewegungsrepertoire zu entwickeln. Mit Klatschen, Singen, Hüpfen und Musizieren.
Das ist fast überall auf der Welt anders. Die Menschen auf Cuba z.B. sind sehr stark mit ihrer Vergangenheit verbunden, den Geschichten, der Musik und den Tänzen. Lieder wie "El Carretero" oder "Chan Chan", die man durch den "Buena Vista Social Club" auf der ganzen Welt kennt, gehören auf Kuba zur Volksmusik und jeder kann sie mitsingen! Kubaner und Südamerikaner haben uns also nur voraus, dass sie mit Salsamusik aufwachsen.
Wer in Deutschland Salsa für sich entdeckt, braucht daher Zeit, um sich an die ungewohnten Klänge und Rhythmen zu gewöhnen. In jedem Menschen steckt die Lust am Tanzen und daran sich auszudrücken. Nur weiß man oft nicht wie und ist gehemmt. Selbst Erfahrungen mit dem Gesellschaftstanz sind da wenig hilfreich, weil die Tanztechnik einen höheren Stellenwert hat als Bewegungsphantasie. Um Spaß am Salsatanzen zu haben muss man deshalb versuchen, den Rhythmus mehr zu fühlen als zu hören. Kurse können lediglich den Stoff zum Üben geben. Die Lei-denschaft für die lebendige Salsa- und Latinowelt muss in jedem ganz persönlich wachsen. Für uns Männer ist es ein ungemein aufbauendes Erlebnis, wenn es die ersten Male gelingt, die Dame sicher und wie selbstverständlich zu führen, und nebenbei noch die Musik zu genießen.
DEN RICHTIGEN LEHRER FINDEN
"Salsalehrer" ist kein geschützter Begriff. Das ist auch in Ordnung so. Aber wer bei verschiedenen Lehrern Unterricht genommen hat, bekommt leicht den Eindruck, dass jeder etwas anderes erzählt. Was ist nun richtig, und was ist falsch? Um zu vermeiden, dass man nach etlichen Kursen und nicht unerheblichen Ausgaben immer noch nicht tanzen kann, sollte man sich folgende Fragen stellen:
Bekomme ich nur Figuren vermittelt oder werden mir grundlegende Regeln erklärt?
Hat der Unterricht einen klaren Aufbau und ein klares System?
Bekommen die Herren erklärt und gezeigt, wie sie führen müssen?
Werde ich individuell betreut oder mit der Masse abgefertigt?
Kann ich mich auf Termine verlassen?
Wieviel Service bekomme ich für mein Geld? (Newsletter, Übungsabende, Videounterstüt-zung etc.)
Fazit
Auf keinen Fall nur nach dem Preis gehen! Vergleicht die Angebote und nehmt bei verschiedenen Lehrern Unterricht. Das Geld sollte nicht den Ausschlag geben. Vielleicht kann man irgendwo 10 Euro sparen, ist aber nach dem 3. Kurs immer noch nicht tanz-tauglich!
NEW YORK-STYLE ODER CUBAN-STYLE
Bei uns werden vor allem zwei Stile getanzt:
1. Der New York-Style
wird auf der Linie getanzt und ist sportlicher und schneller als der "Cuban-Style". Die Figuren sind im Aufbau klarer und analytischer, die Dame steht als "Sexy Lady" im Mittelpunkt. Es werden in sich ge-schlossene Kombinationen unterrichtet, die sich exakt durchzählen lassen.
Der "N.Y.-Style" ist somit für Europäer leichter zu lernen, weil er dem eher analytischen Intellekt des Westens entgegenkommt. Er eignet sich deutlich besser für Showtanz und die Figurenvielfalt ist größer als im "Cuban-Style". Dieser ist dafür temperamentvoller und ursprünglicher.
2. Der kubanische Stil
wirkt kraftvoll, mit runden, weicheren Formen. Die Dame tanzt in Achten und Kreisen um den Mann. Er ist der Macho, der zeigt was er drauf hat. Sie passt sich ihm an.
Bekannt als "Casino" Stil, wird er auch in Leipzig noch viel getanzt. Um für die verschiedensten Salsatheken gerüstet zu sein, sollte man ihn unbedingt im Repertoire haben. Zum Erlernen der Figuren und der Führung eignet sich besonders die "Rueda de Casino", wo mehrere Paare im Kreis tanzen und auf Kommando die Damen weitergegeben werden. (siehe Rubrik "Kursangebote")
Mein Tipp
Mit dem New York-Style beginnen. Die gerade Linie sorgt für eine gute Orientierung vor allem des Herrn. Beim kubanischen Stil weiß man schnell nicht mehr wo oben und unten ist :-)
Wenn man die Kombinationen aus dem New York- Style zu schneller Musik sauber tanzen kann, ist die Zeit reif, um die kubanische Art auszuprobieren, am Besten mit einem "Rueda de Casino" Kurs.
LATEINTÄNZE UND DIE SALSASZENE
Ich höre oft die Frage, ob wir auch "die anderen" Lateintänze anbieten. Der Begriff "Lateintänze" stammt aus dem Bereich des Gesellschaftstanzes. Dazu gehören offiziell Rumba, Cha Cha, Jive, Samba und der Paso Doble. Salsa aber nicht. Wir müssen unterscheiden zwischen dem Gesellschaftstanz in den etablierten Tanzschulen und der freien Tanzszene des Salsa und Tango Argentino.
Gesellschaftstanz wird seit den 50er Jahren gepflegt. Es wurde ein weltweit verbindlicher Standard entwickelt, wie die Tänze getanzt und interpretiert werden sollen. Tanzen ist vor allem gesellschaftliches Ereignis (Abschlussbälle) und Sport (Turniertänze)
Die "freie" Tanzszene des Salsa- und des Tango Argentino ist noch jung. Sie entstand aus der Gegenbewegung zu den Standardtänzen aus dem Wunsch heraus, wieder authentisch zu tanzen Denn der Charakter des Landes in dem ein Tanz geboren wurde verschwindet hinter all zu vielen Normen. Viele aus der Salsa- oder Tangoszene reisen nach Cuba oder Lateinamerika, interessieren sich für die Geschichte und die Musik. Fragen nach dem Umgang von Mann und Frau, Interpretation der unterschiedlichen Rhythmen und Lieder werden neu aufgeworfen und regen nicht selten an zur Weiterentwicklung der eigenen Lebensphilosophie. Das Tanzen wird Brücke zu fremden Kulturen und zum Kennenlernen der eigenen.
Salsa als Kulturströmung
Salsa ist entstanden aus dem Zusammentreffen von unzähligen kulturellen und sozialen Strömungen.
"Salsa - ... ist kein Tanz, der dem Hirn eines Choreographen entsprungen ist, sondern eine spontane Kreation, die in den Straßen entstanden ist, aus der Phantasie
Phantasie des Volkes und die sich durch Nachahmung verbreitet hat." Es war also die Fusion von mehreren Tänzen, verschiedenen Rhythmen, die zur Entstehung der Salsa führte...!"
(Das gesamte Zitat von M. Chevere findet Ihr unter: http://www.academia-de-salsa.de/was.htm)
Fazit
Man muss sich bewusst sein, dass die bei uns bekannten Stile aus Entwicklungen hervorgegangen sind und noch gehen, die sich fern von hier in Cuba, aber vor allem in den U.S.A. und Puerto Rico abspielen. Es mag komisch anmuten, wenn ein Deutscher oder ein Norweger Salsa tanzt. Aber dadurch entwickelt sich auch eine gemeinsame Sprache und ein Verständnis jenseits der Nationalität. Wer irgendwann beginnt nach den Wurzeln der Salsa zu suchen, wird Lust bekommen, "vor Ort" zu recherchieren. Und findet sich vielleicht unversehens auf einer spannenden Reise zu den verschiedensten Kulturen, ihren Menschen und Gebräuchen wieder. Dieses Interesse vorausgesetzt, kann Salsa wirklich völkerverbindend genannt werden.
VOM GRUNDKURS ZUR LEIDENSCHAFT
Nehmen wir an, Ihr habt die ersten Kurse geschafft. Die Figuren klappen ganz leidlich, aber es ist noch mehr Arbeit als Vergnügen. Ihr fragt Euch vielleicht, wann endlich der Tanzrausch kommt, den Ihr in den Gesichtern
Gesichtern der anderen Tänzern beobachtet habt?
Dafür müsst Ihr dreierlei tun:
Tanzen gehen, Freunde finden und dabeibleiben!
In der Hitze der Nacht
Der Tiger schlummert noch, tief in Euch drin! Kaum zu glauben, aber es ist so. Niemand anderes kann Euch die Leidenschaft und Ausgelassenheit geben als Ihr selbst. Erwartet sie nicht von den anderen Tänzer/Innen, glaubt nicht, Ihr müsstet jetzt nur in die Salsathek und schon reißt es Euch mit fort.
Fangt stattdessen an, wie verrückt tanzen zu gehen. Mindestens einmal die Woche am gleichen Tag, besser öfter. Es ist wie beim Kochen: Manche Gerichte brauchen Stunden behutsamer Hitze, bis sich das richtige Aroma entfaltet. Auch Euere Inneres muss geduldig durchgeköchelt werden, weil sich vieles in uns auch gegen diese ungehemmte Lebensart sträubt. Stück für Stück werdet Ihr Euch in eine Salsera oder einen Salsero verwandeln, jemanden, der beim Sonnenaufgang weiß, dass eine lange Tanznacht zu Ende ist.
Der Preis der Verwandlung
Wenn Ihr gar nicht mehr aufhören wollt zu tanzen, so ist das ein gutes Zeichen für die beginnende Verwandlung. Die Stunden verfliegen und im Handumdrehen ist es Mitternacht und später. "Wer kann sich das schon leisten...", wird mancher einwenden "...bis in die Puppen tanzen zu gehen?" Ich gebe zu, das ist manchmal schon ein wenig hart, weil viele am nächsten Morgen zur Arbeit müssen. Aber ein gewisses Nachtleben ist kaum zu vermeiden.
Mein Tipp: Kommt einfach früher zum Tanzen. In Leipzig gibt es dafür im Moment nur einen Ort, nämlich das Havana. Kommt einfach schon gegen 22 Uhr, dann habt Ihr immer noch zwei Stunden zum Austoben vor Euch.
Freunde finden in der Salsaszene
Einsamkeit ist heute ein großes Problem. Nicht umsonst blühen die Kontaktbörsen im Internet. Häufig klammern wir uns an die Menschen, die sich durch Zufall in unserer Umgebung befinden Wie z.B. Arbeitskollegen. Wie wäre es, sich aktiv auf die Suche nach Menschen zu machen, die uns wirklich etwas zu sagen haben?
Salsa ist dafür ein hervorragendes Training. "Wollen wir tanzen?" Eine wunderbar einfache Frage, um miteinander in Kontakt zu kommen. Nicht jeder wird Euer Freund werden, aber es gibt schon mal einen gemeinsamen Nenner: Die gemeinsame Leidenschaft für den Tanz. Mit der Zeit wird es Euch immer leichter fallen, gelassen auf andere Menschen zuzugehen, Fragen zu stellen und zuzuhören. Eine Fähigkeit, die in vielen Lebensbereichen Türen öffnet. (Lest dazu auch die Tipps für Tänzer/Innen)
Im Prinzip bilden alle, die regelmäßig zum Tanzen gehen zusammen die Salsaszene. Die "freie Szene" blüht und gedeiht mit den Menschen, die bereit sind sie zu pflegen und zu schätzen. Auch wenn man es manchmal vergisst: Tanzlokale und Partys müssen Geld einnehmen um den Service anbieten zu können. Bleiben die Leute weg oder kommen nur ab und zu, dann ist bald Schluss mit Tanzen. Mischt Euch deshalb unter die Tänzer der Szene und erobert Euch euren Platz. Tanzt viel, genießt es und seid gewiss, Ihr werdet gebraucht! Bringt Euch ein mit Eurer eigenen Art, Eurem Temperament und Euren Träumen.
TIPPS FÜR DEN HERREN
Wenn Ihr nach einigen Kursen bereit seid, Euch ins kalte Wasser zu stürzen, steht Euch eine kleine aber lohnende Anstrengung bevor. Ihr müsst Euch Euren Platz als beliebter Tänzer erkämpfen. Mit etwas Ausdauer wird man Eure wachsenden Tanzkünste bald zu schätzen wissen. Irgendwann werdet Ihr nicht wissen, mit welcher Dame Ihr zuerst tanzen sollt :-)
Das erste Mal
Bringt Euch für die ersten Besuche in der Salsathek Eure Tanzpartnerin mit. Übt mit Ihr und lasst Euch häufig auf der Tanzfläche blicken. Und lächelt beim Tanzen! Auch wenn Euch noch gar nicht danach ist. Denn seid gewiss, auch die Damen sehen sich um und sortieren schon mal: Trübe Tasse, arroganter Schnösel, netter Kerl etc... In den Pausen habt Ihr genug Zeit, Euch Gesichter einzuprägen und die Damen zu merken, mit denen Ihr gern tanzen würdet.
Die Kunst des Aufforderns
Wenn Ihr Eure Figuren aus dem Kurs in und auswendig könnt dann ist es an der Zeit, andere Tänzerinnen kennenzulernen. Ich empfehle, Eure Tanzpartnerin zu Hause zu lassen. Kommt alleine oder mit einem Freund, der Euch den Rücken stärkt wenn Ihr mal einen Korb bekommt.
Geht von vorne auf die Dame Eurer Wahl zu, so dass sie Eure Annäherung wahrnehmen kann. Sollte das nicht gehen, weil sie Ihrer Freundin gerade ins Ohr flüstert, legt Ihr der Dame sanft die Hand auf die Schulter. Sagt "Entschuldige bitte!" und lächelt!!! Sobald Sie Euch wahrnimmt sagt Ihr hörbar und bestimmt: "Wollen wir tanzen?" Stellt Euch darauf ein, dass sie auch ablehnen kann. Nur damit Euch nicht die Kinnlade runterfällt.
Von Körben und anderen Schicksalsschlägen
Für eine Ablehnung gibt es mehrere Gründe: Sie möchte gerade eine Pause machen / sie ist gerade im Gespräch / sie ist selbst unsicher / oder sie kann Euch nicht leiden.
Respektiert ihren Wunsch, außer Ihr merkt dass sie einfach nur unsicher ist, da könnt Ihr sanft nachhelfen. Ansonsten fragt Ihr, ob Sie beim nächsten Lied mit Euch tanzt. Sagt sie ja, sieht es schon gar nicht so schlecht aus. Antwortet sie ausweichend lasst sie in Ruhe! Manchmal funkt es eben nicht. Nehmt Euch wie gesagt einen Kumpel mit. Wenn Ihr einen Korb bekommt, habt Ihr einen Fluchtpunkt. Bleibt locker und lächelt :-)
Feuertaufe
Während Ihr die Dame auf die Tanzfläche führt, stellt Ihr Euch kurz vor und fragt sie nach ihrem Namen. (Stellt die Bemerkung über Ihre "sternengleichen Augen" bitte noch etwas zurück!)
Ich hoffe Ihr habt das mit dem Takthören ausgiebig geübt und im Unterricht aufgepasst, wie ihr die 1 angebt. Ihr beginnt also lächelnd (!) mit einem flüssigen Grundschritt und erst wenn eine gewisse Harmonie da ist, steigert Ihr langsam den Schwierigkeitsgrad.
Seht Euch als ein Team, das sich erst einspielen muss. Entspannt Euch so weit wie möglich und gebt Euch der Musik hin. Reagiert mit Eurer Bewegung auf die Musik, macht mal einen extra Schlenker oder Schulterwackler. Gute Laune ist ansteckend. Animiert sie, mit Euch mitzuspielen. Für Eure Partnerin ist nicht entscheidend, wie viele Figuren Ihr könnt, sondern ob Eure Gesellschaft anregend ist. Zusammen lachen verbindet mehr als eine missglückte Dreifachdrehung!
Notfallpläne
Sollte es Euch nicht gelingen liebe Herren, Eure Figuren eindeutig zu führen müsst Ihr handeln. Denn drei Lieder nur im Grundschritt bringen keine Pluspunkte. Macht die Dame nett darauf aufmerksam, dass Ihr noch Anfänger seid und die Führung noch nicht so sitzt. Fragt sie, ob sie kurz mit an den Rand der Tanzfläche kommt (wo nicht so viele zusehen), denn Ihr wolltet Ihr die Figur schnell zeigen. Auf dem Weg zu Eurer "Übungsnische" schadet es auch nicht, irgendwas Anerkennendes zu sagen, wie sicher sie tanzt oder dass sie bestimmt schon lange dabei ist. Hauptsache ihr tragt nicht zu dick auf. Vergesst nicht, dass sie Euch einen gefallen tut. Na und dann zeigt Ihr Eure Kombination. Gerade für die ersten Male solltet Ihr Euch ruhig an eine erfahrenere Tänzerin wagen. Denn sie wird die Figur, die Ihr zeigen wollt wahrscheinlich kennen.
Gesetze der Tanzfläche
Beschützt die Dame auf der Tanzfläche. Ihr seid 100% für Sie verantwortlich! Gerade wenn es eng wird müsst Ihr aufpassen und eventuell auf Figuren verzichten. Euer rechter Arm auf ihrem Rücken bildet eine Art Schutzschild gegen andere Ellenbogen. Während Ihr mit dieser Dame tanzt ist sie die Königin und Eure ganze Aufmerksamkeit gehört nur Ihr! Tanzt mindestens drei Lieder mit Ihr, lasst sie beim Liedwechsel aber nicht los. Sonst nimmt sie an ihr wollt aufhören und sagt tschüss bevor ihr reagieren könnt. Seid ihr unsicher ob sie noch will fragt doch: "Geht noch einer?" Bedankt Euch anschließend für den Tanz und bringt sie auf ihren Platz zurück. Wenn es passt sucht das Gespräch mit Ihr! Seid Ihr unsicher, fragt auch hier ob Ihr Euch zu ihr setzen dürft.
Kontakte pflegen
Begrüßt alle, die Euch auch nur vage bekannt vor kommen. Am Besten mit Namen. Jeder freut sich, wenn man sich an ihn/sie erinnert. Stößt man zu einer Runde, begrüßt man die Damen vor den Herren. Beliebt sind zwei Küsschen, die aber nur angedeutet werden. (Luftküsse)
Stellt Fragen! Redet nicht stundenlang von Eurem Job, sondern knüpft aufmerksam an das an was sie sagt. Wenn Ihr Euch mit einer Dame gut versteht, fragt sie, ob Sie Euch mal zu einer anderen Salsaparty begleitet oder was immer Euch einfällt. Vorsicht mit der Einladung zum Kaffee! Viele Damen müssen sich schon genügend Anmachen anhören und könnten da sensibel sein.
Vom Scheitel bis zur Sohle
Beim Tanzen kommt man sich sehr nahe. Versetzt Euch in die Nase der Tanzpartnerin und überlegt, was Euch angenehm wäre. Man müsste meinen es sei überflüssig das anzusprechen. Ist es aber nicht wie die Erfahrung zeigt.
Macht aus dem Tanzengehen etwas Besonderes. Dann wird es auch etwas Besonderes bleiben. Also Duschen, Deo, Haare kämmen und ein gutes Aftershave. Ein frisches Hemd, lockere Stoffhose und geputzte Schuhe. Vergesst die Kaugummis nicht und wenn Ihr zum Schwitzen neigt, nehmt Euch ein Handtuch und ein Hemd zum Wechseln mit. Nichts ist schlimmer, als wenn die Dame ihre Hand auf den klatschnassen Nacken des Herrn legen muss. Tipps zur Kleidung findet Ihr unter dem Punkt 11 "Musik und Tanzkleidung".
TIPPS FÜR DIE DAME
Die Damen haben es in mancher Hinsicht leichter als die Herren. Mit etwas Glück kommt ein guter Tänzer des Weges und entdeckt Euch als hoffnungsvollen Nachwuchs. Doch das klappt nicht immer, und gute Tänzer sind dünn gesät. Deshalb ist es Eure edle Aufgabe, Euch um die neuen Tänzer zu kümmern und Ihnen Mut zu machen. Betrachtet es als langfristige Investition: Denn von jedem Tänzer der heranreift, werdet Ihr irgendwann profitieren.
Das erste Mal
Damen haben es in der Regel leichter als die Herren, weil sie sich nur führen lassen müssen. Sobald eine Dame den Grundschritt beherrscht und taktfest ist, kann sie sich ins Getümmel stürzen. Wenn Ihr auch mal mit jemand anderem als Eurem Tanzpartner tanzen wollt, dann kommt Ihr zu den ersten Abenden in der Salsathek am besten in Begleitung einer Freundin. Haltet Euch in der Nähe der Tanzfläche auf und macht es den Herren damit leichter Euch zu bemerken und anzusprechen. Vergesst nicht: Solange Ihr kein bekanntes Gesicht seid, ist es auch für die Herren ein Risiko Euch aufzufordern. Signalisiert, dass Ihr tanzen könnt. Tanzt auf dem Platz im Grundschritt, seid locker und achtet wie nebenbei auf Blickkontakte. Manchmal wird man auch "auf die Ferne" aufgefordert!
Ein Herr im Anmarsch!
Es hat geklappt. Ein Herr hat angebissen! Grundsätzlich gilt: Weist möglichst keine Aufforderung zurück! Zum einen ist jeder Tanz eine Gelegenheit, sich auf der Tanzfläche zu zeigen und zum anderen könnte es sein, dass dieser Herr nie wieder fragt. Wenn Ihr ablehnen müsst wegen momentaner Erschöpfung oder aus einem anderen Grund, so bittet ihn, gleich noch mal wieder zu kommen. Oder sagt: "Tut mir leid, gerade nicht! Aber später gerne!" Für die Herren ist es immer auch ein Risiko fremde Damen aufzufordern. Aus diesem Grund bilden sich leicht Tanzpaare die dann unter sich bleiben. Auch wenn Ihr neu in der Szene seid tragt Ihr ein Stück Verantwortung dafür, wie mutig oder verschlossen die Tänzer den Neulingen gegenüber sind. Und das betrifft auch die Stammtänzer.
Männer sind kostbar und selten!
Im Salsa herrscht meistens Männermangel. Deshalb geht sorgsam mit ihnen um! Die Tanzkönige sind rar und auch nicht immer da oder schon vergeben. Jeder Herr der zum Salsa stößt ist wertvoll. Man weiß nie, wer das Potential zu einem guten Tänzer hat. Man sagt immer, die deutschen Männer würden nicht gerne tanzen. Aber selten wissen die Damen, unter welchem Erfolgsdruck ein neuer Herr steht. Deshalb ein paar Pflegehinweise:
Frauen wollen sich in erster Linie amüsieren. Das sieht für den Mann ganz anders aus:
Der Mann hat die Aufgabe zu führen und die Choreographie zu entwerfen. Er soll taktfest sein, einfallsreich, charmant und höflich und aufmerksam sowieso. Das ist gerade am Anfang eine ungeheure Aufgabe. Deshalb versetzt Euch in seine Lage und macht es ihm leichter. Euer Gesicht ist sein Gradmesser dafür, ob er es geschafft hat Euch glücklich zu machen. (So nach dem Motto: "Wie war ich Schatz?" :-) Also lächelt bitte!!
Aus Unsicherheit oder Unwissen wird ein Mann auch schon mal kräftiger zulangen als nötig, oder den Takt nicht halten oder gegen den Takt führen. Seid nett und sagt es ihm irgendwie. Nicht als Vorwurf sondern als Hilfestellung. Sagt lieber "...an dieser Stelle könntest Du etwas weicher führen, das tut mir sonst weh!" statt empört "Aua...!" zu schreien und ihn feindselig anzustarren!
Denn woher soll er es wissen?
Fettnäpfchen
Man tanzt in der Regel mindestens drei Tänze mit einem Herrn. Geht ihr vorher heißt das: "Und tschüß!" Wenn es auch auf Anhieb nicht gleich perfekt harmoniert, habt Geduld! Oft muss man unterschiedliche Tanzstile erst aufeinander abstimmen. Bleibt locker und offen für Neues, auch wenn Ihr unsicher seid. Nichts ist für einen Herrn frustrierender als ihm zu sagen: "Also mit Deinem Tanzstil komm ich überhaupt nicht klar!" Das kann er nur persönlich nehmen.
Und lasst ihn bitte niemals mitten im Lied stehen! Es sei denn ihr wollt auch in Zukunft nicht mit ihm tanzen. Denn dieser Herr wird wahrscheinlich nie wieder auf Euch zukommen.
Noch ein Fettnäpfchen: Wenn Ihr gerade einen Herrn abgewiesen habt, solltet Ihr in den nächsten zwei Minuten nicht auf die Tanzfläche gehen! Er wird es sonst als faule Ausrede werten und beleidigt sein. Manchmal kommt nämlich ein anderer Herr daher und zieht Euch auf die Tanzfläche. Widersteht ihm und bittet ihn auf das nächste Lied zu warten.
Wie eng muss man tanzen?
"Salsa ist stilvolle Leidenschaft zwischen Mann und Frau." Zumindest ist das meine Meinung.
In vielen Liedern (nicht nur im Salsa!) geht es um die Sehnsucht von Mann und Frau, die erfüllte oder unerfüllte Suche nach dem Glück. Etwas von dem schwingt immer auch im Tanzen mit. Achtet darauf, Euch nicht zu sehr an den Partner zu verlieren. Schnell verwischen die Grenzen zwischen tänzerischer Hingabe und persönlich gemeinter Leidenschaft. Wenn Ihr also die Hand des Herren auf Eurer Pobacke spürt, schiebt sie wieder hoch! Es sei denn ihr wollt ihm signalisieren, dass er diese Grenze überschreiten darf.
Es ist manchmal schon erstaunlich, was manche Damen mit sich machen lassen. Lasst Euch nicht weismachen, Paarungsrituale auf der Tanzfläche seien ganz normal beim Salsa. Für den Zuschauer ist das einfach nur niveaulos. Wenn Euch ein Herr zu sehr auf die Pelle rückt, geht freundlich aber bestimmt auf Abstand. Eng tanzen kann wie gesagt sehr schön sein, besonders bei romantischen Liedern. Aber bitte mit Stil!
Ein Lied auf die Schönheit
Rock oder Hose, sportlich oder weiblich? Da gehen die Meinungen auseinander. Ich persönlich freue mich immer, wenn eine Dame als solche zu erkennen ist. Mit einem hübschen Kleid, dezent geschminkt, mit duftenden Haaren und einem guten Parfüm. Niemand soll sich verkleiden müssen. Aber vielleicht kann das Salsatanzen eine Anregung sein, sich über weiblich / männlich ganz neu Gedanken zu machen. Die Pflegehinweise für den Mann gelten natürlich auch für die Damen (siehe Punkt 7 "Tipps für den Herren")
Für Paare
Wenn man mit seinem Beziehungspartner zum Salsa geht und jeder dort mit anderen Partnern tanzt, kann es leicht zu Eifersucht kommen. Das ist eine Gefahr, aber auch eine Entwicklungschance für jedes Paar:
In jedem leben unerfüllte Sehnsüchte, die beim Salsa geweckt werden. Man projiziert diese Gefühle leicht auf den Tanzpartner, mit dem es sich so schön tanzt. Es ist nicht leicht, den Partner in den Armen von jemand anderem zu sehen, vielleicht noch eng und leidenschaftlich.
Redet offen darüber, damit sich keine eifersüchtigen Gefühle einnisten können! Denn man selbst empfindet beim Tanzen vielleicht etwas ganz anderes als der Zuschauer. Manchmal hat der Partner recht mit seiner Eifersucht, manchmal auch nicht. Ich denke wer sich ehrlich prüft wird wissen, ob man mit dem fremden Tanzpartner gerade mehr geteilt hat als ein Tanzgefühl.
Versucht Euch trotz dieser Gefahren nicht als Paar abzuschotten. Verabredet Euch mit anderen Paaren zum Tanzen, und tauscht die Partner untereinander. Freut Euch, Euren Partner von einer ganz eigenen Seite kennenzulernen. Nehmt das Tanzen als An-sporn, viel über die Kunst der Berührung zu lernen, über Hingabe und das Vermitteln von Sicherheit, ebenso wie über ausgelassene Fröhlichkeit und phantasievolles Spielen mit Eurem Partner.
DEN PASSENDEN TANZPARTNER FINDEN
Es gibt sie, diese wundervoll unvergesslichen Tanzerlebnisse: "Wenn der Raum um Euch versinkt, und zwei Körper verschmelzen in perfekter Harmonie, ohne Gedanken und Zeit, nur gemeinsames Pulsieren im Rhythmus!"
Meistens ist der Partner, mit dem man die ersten Kurse absolviert nicht der, mit dem man diese Art von Tanzrausch erlebt! Macht Euch das klar! Viele klammern sich an Ihren "Tanzpartner" und hören auf, wenn dieser wegzieht oder aus anderen Gründen aufhört! Im Salsa ist die Rolle des Übungspartners lediglich die, mit ihm üben zu können um eine Grundsicherheit zu erwerben. Doch um weiterzukommen, müsst Ihr Euch dann ohne ihn/sie sozusagen in "freier Wildbahn" weiterentwickeln. Das liegt daran, dass jedes neue Paar von seinem Lehrer geprägt ist und eine eigene Dynamik entwickelt, die irgendwann zum Hemmschuh wird. Man ist so sehr auf die Technik und die erlernten Figuren konzentriert, dass man nicht mehr offen ist für die Musik und das, was sie einem sagen möchte. Da das nun klar ist könnt Ihr Euch darum kümmern, einen Übungspartner für die ersten Kurse zu finden. Da gibt es mehr Möglichkeiten als man glaubt:
Fragt Eure Bekannten und Freunde und Arbeitskollegen!
Schaltet Annoncen in Monatsmagazinen wie Fritz, Kreuzer, etc.
Studiert die Annoncen im Internet / stellt selbst eine Suchanzeige rein.
Besucht regelmäßig Tanzveranstaltungen und haltet dort Ausschau nach einem potentiellen Kandidaten.
Als Dame sollte man ruhig die Initiative ergreifen und auf einen Herren zugehen. Das ist besser als zu warten, bis man von einem der fortgeschrittenen Herren auserwählt wird. Die haben meist schon Ihre Lieblingsdamen!
Privatunterricht kann eine lohnende Investition sein! Man spart viel Zeit und weiß schneller, worauf es ankommt.
Grundsätzlich gilt: Bringt Eure Freunde zum Salsa mit! Vor allem die Männer. Denn je mehr den Weg zum Salsa finden, desto größer wird die Auswahl!
SALSAKONGRESSE
Seit einigen Jahren gibt es eine wachsende Zahl von sogenannten Salsakongressen in Deutschland, Europa und Übersee. Ich kann Euch nur empfehlen, recht früh mal einen solchen Kongress zu besuchen. Dort werden Workshops angeboten wie: Paarfiguren, Akrobatik, Lady Styling, Drehtechnik und Footwork. Jeweils auf den verschiedenen Lernniveaus.
Erstens bekommt man mal die Augen dafür geöffnet was man noch nicht kann und das macht Lust sich weiter zu entwickeln. Und zweitens ist es ungeheuer motivierend zu sehen, wie viele unterschiedliche Menschen in Sachen Salsa aktiv sind. Eine bessere Kontaktbörse gibt es kaum!
Die aktuellen Kongresstermine findet Ihr entweder in der Rubrik "Veranstaltungen" unter "Termine" oder in der Rubrik "Web-Delikatessen".
Achtet darauf, dass alle Übungsräume an einer Adresse sind, z.B. in einem großen Hotel oder Kongresszentrum. Sonst kann es passieren, dass Ihr für den nächsten Workshop zu einer anderen Adresse müsst. Das ist Megastress! Da bleibt weder Zeit sich zu erholen, noch irgendjemand kennenzulernen. Günstig ist auch, wenn Ihr in der Nähe oder am Tagungsort selbst wohnt. Da könnt Ihr am Nachmittag schnell mal ein Nickerchen machen und für die abendliche Party Kraft tanken. Meistens kommen da Hunderte von Tänzern aus allen möglichen Städten angeströmt, Tanzgruppen tanzen Salsashows und man kann CD´s und Schuhe kaufen.
MUSIK UND TANZKLEIDUNG
Musik
Wenn Euch die Leidenschaft für Salsa packt werdet Ihr schnell entdecken, dass es eine Fülle wunderschöner Musikrichtungen außer Salsa gibt: z.B. Merengue, Bachata, die kubanische Cha Cha, den Son, die Cumbia, Bolero etc. etc. Die Anzahl der Gruppen ist riesig.
Damit Ihr nicht zu viele Fehlkäufe macht lasst Euch Zeit zum Einhören. Für den Anfang genügen ein paar tanzbare Salsa & Merengue Titel. Ganz gut fährt man mit Samplern wie "Best of 200.." und anderen Zusammenstellungen, die Ihr z.B. bei www.musica-latina.de bekommt. (Links findet Ihr bei den Web-Delikatessen.) Achtet auf Songs, die Euch in der Salsathek gut gefallen, fragt den DJ nach dem Titel und sucht dann im Internet danach. Sicher bekommt man auch über neue Bekanntschaften aus der Salsaszene die ein oder andere CD. Ansonsten bieten manche Salsaseiten eine Top 10 der aktuellsten Titel an. Da lohnt sich das Stöbern auch!
Tanzkleidung & Schuhe
Wer häufig tanzen geht, sollte sich irgendwann nach richtiger Tanzkleidung umsehen. Trainingskleidung sollte nicht einengen, dehnbar und luftdurchlässig sein. Weicher fließender Stoff gibt zudem ein besseres Körpergefühl. Zum Ausgehen tragen die Herren gerne weitgeschnittene Hosen. Die Damen ziehen auch mal was Kesses an, figurbetonte Kleider, nicht zu lang und nicht zu kurz. Stöbert doch mal im Netz. (Links findet Ihr bei den Web-Delikatessen.)
Was Schuhe anbelangt sind die sog. "Dance-Sneakers" sehr beliebt. Das ist ein Trainingsschuh mit geteilter Sohle und eignet sich sehr gut für schnelle und punktgenaue Drehungen. Generell sollten tanztaugliche Schuhe eine dünne und flexible Sohle haben und dem Fuß Halt geben. Probiert den Unterschied zwischen einem richtigen Tanzschuh und einem scheinbar tanztauglichen Straßenschuh aus und Ihr werdet staunen!
GESCHICHTE DER SALSAMUSIK
Der Siegeszug der "Salsa" begann erst vor rund 40 Jahren, als die Plattenfirma "Fania Label" eine LP mit dem Titel "Salsa" herausbrachte. Musiker wie Richie Ray & Bobby Cruz, Willy Colon und Hector Lavoe prägten mit Ihren Kompositionen einen neuen Stil, der den Leuten sofort in die Beine fuhr. Viele kubanische Musiker waren in die U.S.A. emigriert und brachten die traditionelle Musik aus Ihrer Heimat mit. Im Gepäck hatten sie die verschiedensten Rhythmen wie die Rumba, den Bolero, Son, Son Montuno oder Guaguanco. Zusammen mit Musikern aus dem Jazz und anderen Musikrichtungen, die in Amerika populär waren, entstand dieser neuer Musikstil, den man irgendwann Salsa nannte.
Bemerkenswert am Salsa ist die Begeisterung, mit der die Rhythmen aus der Karibik in den Ländern des Westens aufgenommen wurden. Das hat wohl damit zu tun, dass die Wurzeln der Salsamusik über Kuba nach Europa, Afrika und die Karibik reichen! Musiker aus vielen Ländern spielen Salsa und entwickeln sie weiter. Ihre Heimat sind Venezuela, Puerto Rico, Kolumbien, Kuba und viele andere.
Damals: Kuba nach Kolumbus
Seit ca. 1511 war Kuba unter der Herrschaft der Kolonialmacht Spanien. Mit der Entstehung der riesigen Plantagen ab 1790 verschiffte man halb Afrika auf die kleine Insel. Man spricht von ca. 920.000 Sklaven. Mit den Schwarzen kam auch ihre Kultur, Ihre Riten, ihre heiligen Gesänge und Trommeln, ihre Rhythmen und Tänze nach Kuba. Mit der Zeit gannen die Kolonialherren, die Schwarzen als Musiker zu schätzen. Sie spielten in den spanischen Militärkapellen, den höfischen Orchestern und sangen im Kirchenchor! So gerieten die mitgebrachten Traditionen der afrikanischen Völker im Lauf der Jahrhunderte allmählich in Vergessenheit und vermischten sich mit Traditionen aus Europa.
Schmelztiegel Kuba
Eine neue Entwicklung kam in Gang, als um 1850 die Sklaverei abgeschafft wurde und die gesellschaftlichen Verhältnisse freier wurden. Es begannen sich eigene Musik-Ensembles zu begründen. Diese Musiker komponierten zwar eigene Stücke und erfanden neue Arrangements, verwendeten aber zum größten Teil Instrumente aus der europäischen Tradition! Es entstanden neue Musikstile wie z.B. der "danzon" oder fast zeitgleich der "Son" (bekannt durch den "Buena Vista Social Club").
Neu an diesen Musikstilen war die Symbiose aus afrikanischer Perkussion und der traditionellen Kompositionskunst Europas. Denn die afrikanische Perkussion folgte ursprünglich keinem einheitlichen Takt, den bei heutigen Musikern das Metronom vorgibt. Es war eher ein An- und Abschwellen, das einer Gefühlbewegung folgt. Im danzon wurde der Rhythmus sozusagen gebändigt. Es entstanden Rhythmusmuster oder auch "Patterns" genannt. Die Stücke hatten ei-nen klaren Aufbau: Sie waren in eine Einleitung, einen Hauptteil, Refrain und Schluss gegliedert. All dies brachten Musiker mit in die neue Welt, bis im 20. Jahrhundert endlich der Salsa entstand.
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